Im Gespräch mit Brian May

brian may
Brian May

Über Brian May und seine verschiedenen Alter Ego’s wurde hier schon einiges geschrieben. Am 25. Mai kommt eine neue Single des Bass-Virtuosen heraus. Ich habe vorab schonmal reingehört. Außerdem traf sich Silvio mit Brian in Berlin zum Interview, welches ihr weiter unten lesen könnt.

Nächste Woche werden die beiden Roots Tracks (No Chains und Travelling) aus der Innerstand LP, auf Vinyl erhältlich sein. Im Zuge dessen wird es noch eine digitale EP geben. Neben den Originalen der beiden Tunes, findet ihr darauf noch schöne Dub und Instrumental Versionen. On Top gibt’s dann noch zwei schöne Remixe von Travelling. Der T.Power Remix kommt etwas schwer daher, mit Dubstep Elementen und Lo-Fi Stil. Ein bisschen sonniger wird’s auf dem Remix von FLeCK, der im gewohnten Dubwise Jungle daher kommt. Ich rate euch, beides zu kaufen und wenn ihr die Innerstand LP noch nicht gecheckt haben solltet, tut dies unbedingt.

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Bei soviel guter Mucke, war es an der Zeit sich mal mit dem umtriebigen Mann zu treffen. Dies tat Silvio aka hoerl letztens in Berlin. Das Gespräch könnt ihr im folgenden Interview nachlesen. Viel Spaß!

Brian, wie viele Alter Ego’s besitzt du?
Zurzeit habe ich folgende Alter Ego’s und Projekte: Beam Up für Dub, DJ Delay als DJ und Produzent, Sonical für elektronische Experimente und Ambient Music und andere Projekte mit verschiedenen Leuten, z.B. Suub mit Giotto, dem Schlagzeuger von Braintheft. Und es gibt noch weitere Projekte, die noch keinen Namen besitzen. Work In Progress 😉

Was sind deine Intentionen?
Jedes Projekt hat verschiedene Intentionen. Beam Up nutze ich um Dub zu machen. Allerdings nicht nur den ursprünglichen Dub aus Jamaika. Dub kann nämlich alles sein und alles kann gedubbt werden. Aber nicht alles mit Delay und Reverb ist Dub!

Bei Suub geht es um den Bass, dazu gehört jeder Stil. Da kann Techno, Drum & Bass, Hip Hop oder Dubstep mit einfließen. Suub ist auch sehr experimental und ein wenig dunkler als meine anderen Projekte.

DJ Delay ist eine Erweiterung meiner DJ-Sets. Als DJ habe ich schon viele Stile gespielt, außer Speed Metal 😀 Als DJ Delay produziere ich auch Musik mit Einflüssen aus dem Balkan, Osteuropa und Westasien.
Für mich ist es einfacher, all diese Projekte getrennt zu halten. So kann man besser auf eine Sache fokussiert sein.

Welche Veröffentlichungen stehen in naher Zukunft an und auf welchen Labels?
Das nächste Release wird eine 7“ auf BBE Records sein. Auf dieser werden die beiden Roots Songs der Innerstand LP zu finden sein. Auf der digitalen Version gibt es noch verschiedene Dubs, Instrumentals und Remixe von T-Power und FleCK. Also ein Oldschool und ein Newschool Tip.

Im Sommer kommt eine 12“ auf Bassmaessage und hoffentlich später auf 45seven eine 7“.

Für nächstes Jahr ist eine Vinylveröffentlichung auf 7“ für Suub geplant. Diese kommt wahrscheinlich auf dem Label Moniker Eggplant heraus.

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Brian’s Controller

Wie kam es dazu, dass du das Album Innerstand auf dem bekannten Label BBE Records veröffentlicht hast?
Es gibt einige Songs auf dem Album, die in Richtung Soul gehen, was für mich neu ist. Ich dachte, dass diese Mischung für BBE interessant sein könnte. Also habe ich einen Kontakt zum Label hergestellt und ihnen ein paar Tracks geschickt. Den Leuten gefiel der Sound und jetzt haben wir ein Album. Das war einfacher als ich dachte.

Welche Einflüsse hast du für deine Musik?
Alles seit der ersten Musik die ich gehört habe. Natürlich meistens Dub. Als ich das erste Mal Dub hörte, war ich begeistert. Dabei hat King Tubby eine große Rolle für mich gespielt. Ich mag auch nordindianische und japanische Musik, westafrikanische Rhythmen, Hindustani Klassik, Krautrock und Electro. Als Kind hörte ich oft John Peel’s Radio Show. Die große Auswahl an Musik, die John Peel spielte, hatte einen großen Einfluss auf mich. Außerdem spielte er immer die kompletten Songs ohne rein zu quatschen, was das Aufnehmen auf Kassette vereinfachte. Im Endeffekt hat aber alles um mich herum einen Einfluss auf meine Arbeit als Musiker.

Welche Technik nutzt du für deine Produktionen?
Für Aufnahmen und Arrangements nutze ich Logic, welches ich die letzten 10 Jahre nutzte. Ich nehme viel auf: Stimmen, Bläser, Geräusche etc. Ich habe auch einen Korg MS20 Synthesiser für Analog bleeps.
Um Geräusche zu erzeugen, nutze ich alles Mögliche. Gute Shaker gibt es z.B. in der Küche. Live Mixing mache ich mit einem Mischpult, FX und Laptop als Playback-Geräte. Ich möchte meinen Laptop einfach mit anderen Dingen ersetzen. Computer sind unzuverlässig. Die Bandmaschine ist zwar sehr schwer und groß, bietet aber ein anderes Feeling.

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Brian’s Delay

Mit welchen Vocalists würdest du in der Zukunft gerne arbeiten?
Auf jeden Fall würde ich gerne mehr mit Jornick Joelick, der auch auf den Roots Tracks der Innerstand LP vertreten ist, machen. Ein sehr netter Typ. Die Arbeit mit ihm macht sehr viel Spaß. Natürlich gibt es noch einige Reggae Legenden mit denen ich gerne arbeiten würde, z.B. Horace Andy oder Earl 16. Oder auch Grime Leute wie Wiley. Es gibt sehr viele einzigartige Sänger da draußen. Mir geht es darum, dem Zeitgeist entsprechende Musik zu kreieren, deswegen bevorzuge ich es neue Tunes aufzunehmen.

Bevorzugst du instrumentale Musik?
Beides. Vor 20 Jahren habe ich ausschließlich instrumentale Musik gehört. Inzwischen mag ich aber beides. Gute Lieder sind gute Lieder, egal ob mit oder ohne Stimme.

Du bist ja ein Globetrotter. Wie empfindest du die Dub/Bass und Soundsystem Kultur in Deutschland, verglichen mit den Ländern in denen du zuvor lebtest?
In Berlin sieht man so viele Leute kommen und gehen. Alles ist sehr dynamisch. Es gibt so vieles zu entdecken, aber man kann nicht alles mitnehmen. Das Leben in Berlin ist günstig und es liegt im Mittelpunkt Europa’s, was ein guter Standort ist. Die Kultur in Deutschland ist sehr lebendig.

In Australien weiß ich im Moment nicht was geht, seit 2008 habe ich dort nicht mehr gelebt. In Melbourne war früher viel los. In Sydney war es immer schwierig eine Underground Szene zu finden bzw. Underground Musik zu machen, da die Stadt sehr teuer ist und somit einen anderen Lebensstil pflegt. Australien ist (jetzt) einfach sehr teuer.
Die Neuseeländer haben Dub Musik mehr in ihrem Bewusstsein, aber auch Drum & Bass, Jungle und Reggae. Im Allgemeinen herrscht dort eine lebhafte Basskultur. Neuseeland hat auch eine längere Musikgeschichte in Bass, als Australien. Australien ist eher Rock, Techno und House.

In Japan lebte ich von 2002 bis 2004. Dort habe ich vor allem die Dub, Reggae und Breakcore Szene kennengelernt. Dort bin ich mit einer Reggae-Cumbia Band namens Bush Of Ghosts aufgetreten. Außerdem habe ich in dieser Zeit Live Auftritte als Beam Up und einige DJ Gigs gemacht.
Deutschland hingegen ist sehr reich an guter Reggae Musik. Nicht nur in Berlin. Auch in Leipzig, Jena und Halle ist sehr viel los. In Hamburg sind die Leute von Irie Ites und auch in Münster geht einiges.

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Welche Künstler oder Produzenten hörst du im Moment und auf wen sollten wir in Zukunft ein Auge werfen?
Im Dub höre ich zurzeit am liebsten Early Worm, Kaiju und J.Robinson. Die machen im Moment echt gute Dub Musik. In Richtung Dubstep geht dann Sleeper, Gantz und LAS – sehr gute Produzenten.

Zum Abschluss würden wir gerne wissen, was deine Lieblings LP ist?
Oh, das kann ich nicht sagen. Es gibt einige, die ich immer wieder und wieder hören kann, z.B. Can‘s Ege Bamyasi LP. Natürlich auch viel Roots Reggae, aber eine spezielle Platte gibt es nicht.

Danke für deine Zeit, Brian und bis Bald!

Wenn ihr den Mann mal Live erleben wollt, dann habt ihr kommendes Wochenende die Chance dazu. Als Beam Up, tritt Brian auf dem Wax Treatment auf (mehr Info’s HIER).

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